Stocard-Gründer Björn Goß erhält 12 Millionen Euro, um die Steuerbranche von Grund auf zu verändern

Das Münchner Startup Skalar ist überzeugt, dass KI für etablierte Steuerkanzleien das Ende bedeuten kann. Um die Branche von Grund auf zu erneuern, schließt Skalar jetzt seine von Headline angeführte Finanzierungsrunde über insgesamt 12 Millionen Euro ab.
Zusammengefasst
- Skalar schließt eine Pre-Seed- und Seed-Finanzierung von insgesamt 12 Millionen Euro ab, angeführt von Headline.
- Gegründet wurde das Unternehmen 2025 von Stocard-Gründer Björn Goß gemeinsam mit Niklas Wagener, Florian Lang, Martin Gugel und Christian Pötter.
- Skalar baut Kanzlei und Technologie-Stack von Grund auf um KI herum auf, wobei KI-Agenten Hand in Hand mit menschlichen Steuerexperten arbeiten.
- In automatisierten Bereichen betreut ein einzelner Steuerexperte über 100 statt bisher rund 20 Kunden; in den ersten drei Monaten gab es mehr als 1.000 Kundenanfragen.
MÜNCHEN, 14. Juli 2026 – Die KI-Steuerkanzlei Skalar hat heute eine Pre-Seed- und Seed-Finanzierung von insgesamt 12 Millionen Euro abgeschlossen. Angeführt wurde die Runde von Headline, mit Beteiligung von futurepresent, QED Investors, Repeat, MS&AD und Foreword sowie mehreren namhaften Angel-Investoren.
Gegründet wurde Skalar 2025 von Björn Goß gemeinsam mit Niklas Wagener, Florian Lang, Martin Gugel und Christian Pötter. Goß hatte mit Stocard zuvor eines der größten europäischen Fintechs mit über 70 Millionen Nutzern aufgebaut und für einen dreistelligen Millionenbetrag an den Zahlungsanbieter Klarna veräußert. Bereits Anfang 2026 gingen die Gründer mit Skalar an den Markt. Ihre These ist einfach, aber kompromisslos: Die Probleme der Steuerbranche lassen sich nicht lösen, indem man veraltete Software so gut wie möglich mit KI nachrüstet. Stattdessen müssen Prozesse und Software von Grund auf neu gedacht und gebaut werden.
In Industrieländern wird es zunehmend schwieriger, grundlegende Steuer- und Buchhaltungsleistungen zu erbringen, denn auf beiden Seiten des Atlantiks schrumpft der Personalbestand der Branche rasant. So schieden in den USA laut dem US Bureau of Labor Statistics innerhalb von drei Jahren mehr als 300.000 Buchhalter und Wirtschaftsprüfer aus dem Beruf aus. Auch in Deutschland ist nach Angaben des BStBK fast die Hälfte der Steuerberater 56 Jahre oder älter, über 30 % sind sogar älter als 61 und stehen damit kurz vor dem Ruhestand.
Dieser eklatante Rückgang der Fachkräfte stellt ein ernstes volkswirtschaftliches Problem dar, denn für immer mehr Unternehmen wird es von Jahr zu Jahr schwieriger, einen Steuerberater zu finden und die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen. Wie das ifo Institut berichtet, melden 72,7 % der Kanzleien Engpässe bei der Suche nach Fachkräften. Damit ist kaum eine andere Branche so stark vom Fachkräftemangel betroffen wie die Steuerberatung.
In vielen Bereichen der Wirtschaft wird gehofft, dass KI alte Systeme endlich auf den neuesten Stand bringt. Goß wollte sich selbst ein Bild von den Möglichkeiten machen: Nach dem Klarna-Exit absolvierte er Praktika in Steuerkanzleien und fand eine Branche vor, die von manueller, repetitiver Arbeit und hohem Stress geprägt ist. Auf dem Papier ein ideales Anwendungsgebiet für KI, in der Praxis jedoch ausgebremst durch fehlende standardisierte Workflows und Software, die nie für KI konzipiert wurde.
„Viele Branchen hoffen, dass KI ihre strukturellen Probleme löst. Die Realität ist das Gegenteil: Umwälzungen durch KI werden das Aus für viele etablierte Akteure beschleunigen und neue Unternehmen hervorbringen, die die Branche neu definieren“, sagt Björn Goß, Gründer und CEO von Skalar. „Ich habe Kanzleien von innen gesehen. Die einzige Lösung ist, die Branche von Grund auf neu zu bauen.“
Aus dieser Überzeugung heraus baut Skalar eine Kanzlei und einen eigenen Technologie-Stack auf, der von Beginn an auf KI ausgelegt ist. KI-Agenten übernehmen die monotonen, wiederkehrenden Aufgaben und arbeiten Hand in Hand mit menschlichen Steuerexperten. Kunden verbinden ihre Systeme mit der Skalar-Plattform, auf der die Agenten auch ihnen Arbeit abnehmen, damit sie sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können. Der Anspruch reicht über Compliance und klassische Steuerberatung hinaus: Statt die vergangenen Monate im Nachhinein aufzuarbeiten, sollen Kunden auf Basis von Echtzeitdaten beraten werden.
Nur wenige Wochen nach dem Start laufen Teile der Prozesse bei Skalar bereits automatisiert. In diesen Bereichen kann ein einzelner Steuerexperte heute über 100 statt bisher rund 20 Kunden betreuen. Die Nachfrage ist hoch: In den ersten drei Monaten verzeichnete das Unternehmen mehr als 1.000 Kundenanfragen. Mit der aktuellen Finanzierung will Skalar sein KI-System weiterentwickeln und zusätzliche Workflows automatisieren, um die hohe Nachfrage zu bedienen und zugleich das Kundenerlebnis weiter zu verbessern.
„Die meisten Teams in diesem Markt legen KI über bestehende Software. Die Demos sehen gut aus, aber man läuft noch immer auf demselben brüchigen Fundament, nur mit besserer Verpackung“, sagt Jonathan Becker, General Partner bei Headline. „Die Branche ist so kaputt, dass der einzige echte Fix darin besteht, die Kanzlei selbst um KI herum neu aufzubauen und den Service von Anfang bis Ende in eigener Hand zu halten. Björn hat bewiesen, wie man skaliert. Die anderen haben den Job jahrelang von innen gemacht. Diese Kombination gibt es in dieser Branche sonst nicht.“
Über Skalar: Skalar ist eine Münchner AI-first Steuer- und Buchhaltungskanzlei. Das Unternehmen verbindet einen eigens entwickelten Technologie-Stack mit menschlichen Steuerexperten und erbringt so schnellere, proaktivere und besser skalierbare Leistungen in Steuer, Buchhaltung und Lohn. Damit definiert Skalar die Branche im KI-Zeitalter neu. Skalar ging 2026 an den Markt und wurde von Björn Goß, Niklas Wagener, Florian Lang, Martin Gugel und Christian Pötter gegründet. Mehr unter skalar.de
Über Headline: Headline ist eine Venture-Capital-Gesellschaft, die schnell wachsende Technologieunternehmen auf dem Weg zum globalen Erfolg begleitet. Die Firma verwaltet mehr als 4 Milliarden US-Dollar und investiert über ein Netzwerk regional ausgerichteter Frühphasenfonds in den USA, Europa, Asien und Lateinamerika. Der Global Growth Fund investiert weltweit ab Series B. Diese Struktur ermöglicht es Headline, lokale Trends nah am Geschehen zu verfolgen, erfolgreiche Gründer frühzeitig zu entdecken und Finanzierungsrunden in jeder Phase zu leiten. Zu den mehr als 300 Portfoliounternehmen weltweit zählen Acorns, Attio, Black Forest Labs, Bumble, Farfetch, Fonoa, Fetch, Finom, Mistral AI, Pismo, Plancraft, Raisin, Segment und Staffbase. Weitere Informationen auf headline.com.
Pressekontakt: Joscha Wolf, joscha@skal.ar, Skalar Holding GmbH