Steuern

Geld aus der Holding auszahlen: 6 Optionen

Christian Pötter Christian Pötter 28. Juni 2026 3 min read

Eine Holding entfaltet ihren größten Vorteil, solange das Kapital im Verbund bleibt. Trotzdem willst du irgendwann an dein Geld. Dafür gibt es sechs legal anerkannte Wege, mit sehr unterschiedlicher Steuerlast. Welche das sind, wie viel netto ankommt und welche Fehler das Finanzamt besonders gern beanstandet, liest du hier.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die verschiedenen Optionen, um Geld aus der Holing auszuzahlen: Dividende, Geschäftsführergehalt, Darlehen, Miete oder Pacht, Pensionszusage und Anteilsverkauf.
  • Im Verbund günstig: Gewinne in der Holding sind effektiv mit rund 1,5 Prozent belastet (§ 8b KStG).
  • Privat wird besteuert: Sobald Geld auf dein Privatkonto fließt, fällt Abgeltungsteuer oder Einkommensteuer an.
  • Größtes Risiko: die verdeckte Gewinnausschüttung bei fehlendem Fremdvergleich.
  • Kein Patentrezept: Der passende Weg hängt von Liquiditätsbedarf, Einkommen und Zielen ab.

Warum überhaupt Geld aus der Holding holen?

Die häufigsten Gründe sind privater Liquiditätsbedarf, die Finanzierung privater Investitionen wie einer Immobilie, sowie Vermögensschutz und Diversifikation. Wer Kapital nicht sofort privat braucht, lässt es in der Holding steuergünstig weiterarbeiten. Wer es braucht, sollte den steuerlich günstigsten Weg wählen. Die Grundlagen zur Entnahme aus der operativen Gesellschaft findest du in unserem Ratgeber Geld aus der GmbH entnehmen.

Mit diesen 6 Wegen Geld aus der Holding auszahlen

  1. Dividendenausschüttung: Die Holding schüttet ihren Bilanzgewinn aus. Belastung rund 26,375 Prozent Abgeltungsteuer inklusive Soli. Voraussetzung ist ein ordentlicher Gesellschafterbeschluss vor der Auszahlung.
  2. Geschäftsführergehalt: Das Gehalt ist Betriebsausgabe der Holding und unterliegt deinem persönlichen Steuersatz. Sinnvoll, wenn dieser unter dem Niveau der Abgeltungsteuer liegt. Es muss einem Fremdvergleich standhalten.
  3. Gesellschafterdarlehen: Die Holding gewährt dir ein Darlehen. Das ist steuerneutral, solange es fremdüblich verzinst und zurückgezahlt wird. Pflicht sind Vertrag, marktüblicher Zinssatz und Tilgungsplan.
  4. Miet oder Pachtzahlungen: Du vermietest der Holding Wirtschaftsgüter. Mieteinkünfte unterliegen deinem Einkommensteuersatz. Achtung beim Risiko der Betriebsaufspaltung, hier lohnt vorab Beratung.
  5. Pensionszusage: Die Holding sagt dir eine betriebliche Altersversorgung zu. Die Rückstellung mindert den Gewinn, die Auszahlung im Rentenalter unterliegt dann deinem Steuersatz. Nur mit Gutachten sinnvoll.
  6. Strategischer Exit: Veräußerungsgewinne auf Holding Ebene sind zu 95 Prozent steuerfrei (§ 8b KStG). Beachte die Sperrfrist von sieben Jahren bei vorheriger Einbringung.

Was bleibt netto vom Auszahlungsbetrag aus der Holding? Ein Rechenbeispiel

Ausgangslage: Die Gesellschaft hat 100.000 Euro Gewinn vor Steuern. Die Zahlen sind vereinfacht.

EntnahmewegKurz erklärtNetto (ca.)
GeschäftsführergehaltSozialabgaben plus Einkommensteuer, GmbH spart Steuernca. 45.000 Euro
DividendenausschüttungGmbH Steuern plus 26,375 Prozent Abgeltungsteuerca. 51.500 Euro
Gesellschafterdarlehenkeine sofortige Steuer, aber Rückzahlungspflicht100.000 Euro

Die Dividende wirkt zunächst günstiger als das Gehalt, doch beim Gehalt spart die Gesellschaft Steuern, die dir später zur Verfügung stehen. Das Darlehen ist kein echter Entnahmeweg, sondern ein Liquiditätsinstrument.

Verdeckte Gewinnausschüttung bei Auszahlung aus der Holding vermeiden

Das Finanzamt prüft, ob Zahlungen an dich einem Fremdvergleich standhalten. Zinslose Darlehen, überhöhte Gehälter oder Verträge ohne Schriftform werden als verdeckte Gewinnausschüttung umqualifiziert. Die Folge sind Nachzahlungen auf Holding Ebene und bei dir privat, plus Zinsen. Deshalb gilt: Verträge schriftlich und vor Leistungsbeginn, marktübliche Konditionen und tatsächlich gelebte Vereinbarungen.

Welcher Weg passt zu deiner Holding?

Wir prüfen deine Struktur, finden Optimierungspotenzial und sorgen für eine finanzamtssichere Dokumentation.

Kostenloses Erstgespräch buchen

Häufige Fragen zur Auszahlung aus der Holding

Kann ich Geld aus der Holding steuerfrei auszahlen?

Geld aus der Holding steuerfrei auszahlen geht auf die Privatebene nicht vollständig. Innerhalb der Holding bleiben Gewinne zu 95 Prozent steuerfrei. Sobald Geld auf dein Privatkonto fließt, fällt Abgeltungsteuer oder Einkommensteuer an. Ein Darlehen verschiebt die Steuerlast, hebt sie aber nicht auf.

Wie hoch muss der Zinssatz für ein Gesellschafterdarlehen aus der Holding sein?

Der Zinssatz für ein Gesellschafterdarlehen aus der Holding muss fremdüblich sein. Als Orientierung dient der Mittelwertzins des Bundesfinanzministeriums. Zinslose Darlehen wertet das Finanzamt als verdeckte Gewinnausschüttung.

Was unterscheidet die Holding von einer normalen GmbH?

Die Holding unterscheidet sich von einer normalen GmbH durch die Zwischenebene. Bei einer normalen GmbH fließt der Gewinn direkt an dich, bei der Holding wird er zunächst thesauriert und mit rund 1,5 Prozent besteuert. Die Entnahme erfolgt erst im zweiten Schritt, zeitlich flexibel.

Wie viel Geld darf ich aus der Holding auszahlen?

Wie viel Geld du aus der Holding auszahlen darfst, ist nicht gesetzlich begrenzt. Entscheidend sind die Liquidität der Holding und die steuerliche Planung. Bei größeren Beträgen ist der Exit oft günstiger als die laufende Ausschüttung.

Christian Pötter

Christian Pötter

Christian ist CTO bei Skalar und schreibt über die Möglichkeiten der digitalen Steuerberatung mit Skalar.