Steuerberater mit Stundensatz vs. Festpreis: Was die StBVV erlaubt und was du wirklich zahlst
Die Zeitgebühr erlaubt 66 bis 164 Euro pro Stunde, die Wertgebühren wachsen mit deinem Umsatz, und Festpreise sind seit Juli 2025 einfacher als je zuvor. So liest du die StBVV als Unternehmer.
Seit dem 1. Juli 2025 darf ein Steuerberater nach der Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) zwischen 16,50 und 41 Euro je angefangene Viertelstunde abrechnen. Das sind 66 bis 164 Euro pro Stunde, und ein Telefonat von 20 Minuten kostet dich nach dieser Logik bis zu 82 Euro. Gleichzeitig ist im selben Sommer der alte Paragraph zur Pauschalvergütung ersatzlos gestrichen worden, und Festpreise laufen jetzt über eine einfache Vergütungsvereinbarung in Textform. Beides zusammen verschiebt die Frage "Stundensatz oder Festpreis" deutlich in Richtung Festpreis.
Die wichtigste Zahl für deine Entscheidung ist trotzdem nicht der Stundensatz, sondern der Gegenstandswert. Denn die laufende Buchführung, der Jahresabschluss und die Steuererklärungen deiner GmbH werden nach der StBVV nicht nach Zeit, sondern nach Umsatz, Bilanzsumme und Einkommen bezahlt. Wer nur auf den Stundensatz schaut, übersieht den Teil der Rechnung, der mit jedem Wachstumsjahr automatisch teurer wird.
Inhalt
Das Wichtigste zu Stundensatz und Festpreis beim Steuerberater
- Die Zeitgebühr nach § 13 StBVV beträgt seit 1. Juli 2025 16,50 bis 41 Euro je angefangene Viertelstunde, also 66 bis 164 Euro pro Stunde. Vorher galten 30 bis 75 Euro je halbe Stunde.
- Buchführung, Jahresabschluss und Steuererklärungen werden nach Wertgebühren abgerechnet: Der Preis hängt am Umsatz, an der Bilanzsumme und am Einkommen, nicht an der Zeit.
- Für eine SaaS-GmbH mit 1,2 Millionen Euro Umsatz erlaubt die StBVV allein für die laufende Buchführung 203 bis 1.219 Euro pro Monat. Der Spielraum liegt beim Steuerberater.
- § 14 StBVV zur Pauschalvergütung ist weggefallen. Festpreise brauchen nur noch eine Vergütungsvereinbarung in Textform nach § 4 StBVV, ohne Mindestlaufzeit und ohne Ausschlussliste.
- Ohne korrekte Vereinbarung darf der Steuerberater nach § 4b StBVV nie mehr als die gesetzliche Vergütung fordern. Prüfe jede Rechnung auf Gebührentatbestand, Paragraph, Gegenstandswert und Zehntelsatz.
Was die StBVV regelt und warum sie für Stundensatz und Festpreis gilt
Die Steuerberatervergütungsverordnung ist das gesetzliche Preisverzeichnis für Steuerberater in Deutschland. Sie beruht auf § 64 des Steuerberatungsgesetzes und legt für jede typische Tätigkeit fest, wie die Vergütung zu berechnen ist. Dabei kennt sie drei Gebührenarten: Wertgebühren, die vom Gegenstandswert abhängen, Zeitgebühren nach § 13 StBVV und Betragsrahmengebühren mit festen Eurospannen, etwa für die Lohnbuchhaltung nach § 34 StBVV.
Wichtig für dich als Unternehmer: Die StBVV ist keine Preisliste mit Festpreisen, sondern ein Rahmen. Bei den meisten Tätigkeiten gibt sie einen Korridor in Zehnteln einer vollen Gebühr vor, und der Steuerberater bestimmt die konkrete Gebühr innerhalb dieses Korridors nach § 11 StBVV "nach billigem Ermessen". Kriterien sind Umfang und Schwierigkeit der Arbeit, die Bedeutung der Angelegenheit, deine Einkommens- und Vermögensverhältnisse und das Haftungsrisiko. Zwei Kanzleien können für dieselbe Buchführung also völlig legal unterschiedliche Rechnungen stellen, solange beide im Rahmen bleiben.
Mit der Fünften Verordnung zur Änderung der StBVV (BGBl. 2025 I Nr. 105) sind zum 1. Juli 2025 die Wertgebühren um rund 6 Prozent und die Zeit- und Betragsgebühren um rund 9 Prozent gestiegen. Für Aufträge, die vorher erteilt wurden, gilt nach § 41 StBVV noch das alte Recht. Bei laufenden Vereinbarungen mit mindestens einem Jahr Laufzeit rechnet der Steuerberater bis zum Jahresende 2025 nach alten Sätzen, ab 1. Januar 2026 nach neuen.
Steuerberater Stundensatz: Was die Zeitgebühr nach § 13 StBVV erlaubt
Die Zeitgebühr ist die Ausnahme, nicht die Regel. Nach § 13 StBVV wird sie nur in zwei Fällen berechnet: wenn die Verordnung sie für eine Tätigkeit ausdrücklich vorsieht, oder wenn es keine ausreichenden Anhaltspunkte für die Schätzung eines Gegenstandswerts gibt. Typische Zeitgebührenfälle sind sonstige Hilfeleistungen rund um die Buchführung nach § 33 Abs. 7 StBVV, Abschlussvorarbeiten bis zur abgestimmten Saldenbilanz nach § 35 Abs. 3 StBVV, oder Meldungen, die in § 24 Abs. 5 StBVV aufgezählt sind.
Die Höhe: 16,50 bis 41 Euro je angefangene Viertelstunde. Der Viertelstundentakt ist neu, bis Juni 2025 wurde je angefangene halbe Stunde abgerechnet. Das Bundesfinanzministerium wollte ursprünglich sogar einen Minutentakt, die Bundessteuerberaterkammer hat den Viertelstundentakt als Kompromiss durchgesetzt. Für dich heißt das: Eine Rückfrage per E-Mail, die der Steuerberater in acht Minuten beantwortet, darf mit einer vollen Viertelstunde berechnet werden.
- Untere Grenze: 16,50 Euro je Viertelstunde, 66 Euro pro Stunde.
- Obere Grenze: 41 Euro je Viertelstunde, 164 Euro pro Stunde.
- Mittelgebühr: 28,75 Euro je Viertelstunde, 115 Euro pro Stunde. Diesen Wert setzen viele Kanzleien standardmäßig an.
- Beispiel: Ein Abstimmungstermin von 50 Minuten sind vier angefangene Viertelstunden, also 66 bis 164 Euro zuzüglich Umsatzsteuer.
In der Praxis liegen die tatsächlich vereinbarten Stundensätze oft deutlich über der gesetzlichen Obergrenze. Das ist zulässig, weil § 4 StBVV eine höhere Vergütung erlaubt, solange sie in Textform vereinbart, als Vergütungsvereinbarung bezeichnet und von anderen Vereinbarungen getrennt ist. Stundensätze von 150 bis 300 Euro für Beratung durch den Berufsträger sind in Kanzleien für Kapitalgesellschaften keine Seltenheit. Das Problem ist nicht der Satz, sondern die fehlende Deckelung: Du erfährst erst mit der Rechnung, wie viele Viertelstunden zusammengekommen sind.
Willst du wissen, was deine Buchhaltung nach StBVV eigentlich kosten dürfte?
Skalar rechnet dir anhand von Umsatz und Bilanzsumme vor, welchen Rahmen die Verordnung für deine GmbH vorgibt und was ein Festpreis dagegen bedeutet.
Kostenloses Erstgespräch buchenWertgebühren: Warum deine Steuerberaterrechnung mit dem Umsatz wächst
Der größte Teil deiner Rechnung hat mit Stunden nichts zu tun. Die laufende Buchführung nach § 33 StBVV, der Jahresabschluss nach § 35 StBVV und die Steuererklärungen nach § 24 StBVV werden als Wertgebühren abgerechnet. Grundlage sind drei Tabellen im Anhang der Verordnung: Tabelle A für Beratung und Steuererklärungen, Tabelle B für Abschlussarbeiten und Tabelle C für die Buchführung. Aus dem Gegenstandswert liest der Steuerberater die volle Gebühr ab und multipliziert sie mit dem Zehntelsatz aus dem jeweiligen Paragraphen.
Die Gegenstandswerte sind dabei unterschiedlich definiert. Bei der Buchführung ist es nach § 33 Abs. 6 StBVV der höhere Betrag aus Jahresumsatz und Gesamtaufwand. Beim Jahresabschluss ist es nach § 35 Abs. 2 StBVV das Mittel aus berichtigter Bilanzsumme und betrieblicher Jahresleistung. Bei der Körperschaftsteuererklärung ist es nach § 24 Abs. 1 Nr. 3 StBVV das Einkommen vor Verlustabzug, mindestens 16.000 Euro. Was das konkret bedeutet, zeigt eine Beispielrechnung für eine SaaS-GmbH mit 1,2 Millionen Euro Jahresumsatz, 800.000 Euro Bilanzsumme und 200.000 Euro steuerlichem Einkommen:
| Leistung | Rechtsgrundlage | Gegenstandswert | Volle Gebühr | Zulässiger Rahmen | Mittelgebühr |
|---|---|---|---|---|---|
| Laufende Buchführung (pro Monat) | § 33 Abs. 1 StBVV, Tabelle C | 1.200.000 Euro (Umsatz) | 1.016 Euro | 2/10 bis 12/10: 203 bis 1.219 Euro | 7/10: 711 Euro |
| Jahresabschluss (Bilanz und GuV) | § 35 Abs. 1 Nr. 1a StBVV, Tabelle B | 1.000.000 Euro (Mittel aus Bilanzsumme und Jahresleistung) | 1.126 Euro | 10/10 bis 40/10: 1.126 bis 4.504 Euro | 25/10: 2.815 Euro |
| Körperschaftsteuererklärung | § 24 Abs. 1 Nr. 3 StBVV, Tabelle A | 200.000 Euro (Einkommen) | 2.264 Euro | 2/10 bis 8/10: 453 bis 1.811 Euro | 5/10: 1.132 Euro |
Allein bei diesen drei Positionen liegt der gesetzlich zulässige Korridor zwischen rund 4.000 und knapp 21.000 Euro im Jahr, ohne Lohnbuchhaltung, ohne Gewerbesteuer- und Umsatzsteuererklärung, ohne Beratung und ohne Umsatzsteuer auf die Rechnung. Und der Korridor wandert mit: Wächst dein Umsatz auf 2 Millionen Euro, steigt die volle Gebühr für die Buchführung nach Tabelle C auf 1.592 Euro pro Monat, obwohl sich an der Zahl der Buchungen vielleicht kaum etwas geändert hat. Wie die Körperschaftsteuer selbst berechnet wird, liest du im Ratgeber Körperschaftsteuer einfach erklärt, die Fristen und Pflichten für den Abschluss im Ratgeber Jahresabschluss für GmbHs.
Festpreis beim Steuerberater: Was seit Juli 2025 gilt
Bis zum 30. Juni 2025 regelte § 14 StBVV die Pauschalvergütung mit engen Vorgaben: Mindestlaufzeit ein Jahr, Textform, und eine Liste von Tätigkeiten, die nicht pauschaliert werden durften, etwa Steuererklärungen, die nicht jährlich wiederkehren, Gutachten oder die Vertretung im Einspruchsverfahren. Dieser Paragraph ist mit der Fünften Änderungsverordnung ersatzlos weggefallen. Festpreise sind jetzt eine normale Vergütungsvereinbarung nach § 4 StBVV, und die Mindestlaufzeit und die Ausschlussliste gibt es nicht mehr.
Für einen wirksamen Festpreis gelten damit vier Bedingungen aus § 4 Abs. 1 StBVV:
- Die Vereinbarung braucht Textform. Eine E-Mail reicht, eine mündliche Absprache nicht.
- Sie muss als Vergütungsvereinbarung oder in vergleichbarer Weise bezeichnet sein.
- Sie muss von anderen Vereinbarungen deutlich abgesetzt sein und darf nicht in der Vollmacht stehen. Nur die Auftragserteilung selbst darf im selben Dokument stehen.
- Art und Umfang des Auftrags müssen bezeichnet sein, also welche Leistungen der Festpreis abdeckt.
Dazu kommen zwei Schutzregeln zu deinen Gunsten. Nach § 4 Abs. 2 StBVV kann eine unangemessen hohe vereinbarte Vergütung im Streitfall bis auf die gesetzliche Vergütung herabgesetzt werden. Und nach § 4b StBVV kann der Steuerberater aus einer Vereinbarung, die Textform oder Bezeichnung nicht einhält, keine höhere als die gesetzliche Vergütung fordern. Außerdem muss er dich nach § 4 Abs. 3 StBVV in Textform darauf hinweisen, dass eine höhere oder niedrigere Vergütung als die gesetzliche vereinbart werden kann. Nach unten ist die Vereinbarung nach § 4a StBVV in außergerichtlichen Angelegenheiten ebenfalls offen, solange die Vergütung in einem angemessenen Verhältnis zu Leistung, Verantwortung und Haftungsrisiko steht.
Stundensatz vs. Festpreis: Der Vergleich für Unternehmen
Beide Modelle sind nach der StBVV zulässig. Der Unterschied liegt darin, wer das Aufwandsrisiko trägt und welchen Anreiz das Modell für die Kanzlei setzt.
| Kriterium | Stundensatz (Zeitgebühr) | Festpreis (Vergütungsvereinbarung) |
|---|---|---|
| Planbarkeit | Gering, die Rechnung steht erst am Monatsende fest | Hoch, der Betrag ist vorab in Textform fixiert |
| Aufwandsrisiko | Liegt bei dir: jede Rückfrage, jede Nachbuchung zählt | Liegt bei der Kanzlei: Ineffizienz geht zu ihren Lasten |
| Anreiz für die Kanzlei | Mehr Zeit bringt mehr Umsatz, Automatisierung senkt den Umsatz | Weniger Aufwand bringt mehr Marge, Automatisierung lohnt sich |
| Transparenz | Rechnung nach § 9 StBVV mit Viertelstunden, aber ohne Vorabkontrolle | Leistungsumfang muss nach § 4 Abs. 1 StBVV vorab bezeichnet sein |
| Rechtsrahmen | § 13 StBVV, 16,50 bis 41 Euro je Viertelstunde, höher nur per § 4 | § 4, § 4a, § 4b StBVV, seit 1. Juli 2025 ohne Mindestlaufzeit |
| Passt zu | Einmalprojekten mit unklarem Umfang | Laufender Buchführung, Lohn, Abschluss, planbaren Erklärungen |
Wann der Stundensatz beim Steuerberater fair ist
Die Zeitgebühr hat ihre Berechtigung überall dort, wo weder du noch die Kanzlei den Aufwand vorher kennen: die Begleitung einer Betriebsprüfung, die Aufarbeitung einer verschleppten Buchhaltung aus drei Jahren, eine Umstrukturierung mit Holding oder die Bewertung eines Sonderfalls im internationalen Steuerrecht. Hier wäre ein Festpreis für beide Seiten ein Glücksspiel. Achte in diesen Fällen darauf, dass der Stundensatz, der Viertelstundentakt und eine Obergrenze oder ein Meldepunkt in Textform vereinbart sind, bevor die Arbeit beginnt.
Wann der Festpreis beim Steuerberater gewinnt
Bei allem, was jeden Monat oder jedes Jahr wiederkehrt, ist die Zeitgebühr das falsche Modell. Laufende Buchführung, Lohnabrechnung, Umsatzsteuervoranmeldungen, Jahresabschluss und Steuererklärungen sind planbare Prozesse mit bekanntem Umfang. Genau hier entsteht bei Zeitabrechnung der Fehlanreiz: Eine Kanzlei, die Belege noch manuell kontiert, verdient an jedem Beleg mehr als eine Kanzlei, die ihre Prozesse automatisiert hat. Der Festpreis dreht diesen Anreiz um. Wer effizient arbeitet, verdient besser, und du zahlst nicht für Ineffizienz, die du nicht sehen kannst. Wie automatisierte Prozesse den Aufwand konkret senken, zeigt der Ratgeber Buchhaltung automatisieren.
Ein zweiter Vorteil ist die Kommunikation. Bei Zeitabrechnung überlegen viele Unternehmer zweimal, ob sie eine Frage stellen, weil jede Frage Viertelstunden kostet. Beim Festpreis mit definiertem Leistungsumfang ist die Rückfrage inklusive, und genau diese Rückfragen sind oft die wertvollsten Momente in der Zusammenarbeit, weil sie Fehler verhindern, bevor sie im Jahresabschluss landen.
Was du wirklich zahlst: Vier Kostentreiber, die in keiner Preisliste stehen
Ob Stundensatz oder Festpreis, die tatsächliche Rechnung wird durch Positionen bestimmt, über die beim Erstgespräch selten gesprochen wird.
- Der Zehntelsatz innerhalb des Rahmens. Ob dein Steuerberater die Buchführung mit 4/10 oder 10/10 abrechnet, entscheidet er nach § 11 StBVV selbst. Bei der SaaS-GmbH aus dem Beispiel ist das der Unterschied zwischen 406 und 1.016 Euro pro Monat für dieselbe Arbeit. Frag nach dem angesetzten Zehntel, bevor du unterschreibst.
- Zeitgebühren neben der Wertgebühr. Rückfragen, Abstimmungen und Sonderaufgaben laufen nach § 33 Abs. 7 StBVV oder § 35 Abs. 3 StBVV zusätzlich als Zeitgebühr. Bei vielen Kanzleien macht dieser Block einen spürbaren Teil der Jahresrechnung aus, ohne dass du ihn im Voraus kalkulieren kannst.
- Der wachsende Gegenstandswert. Jeder Umsatzsprung, jede Kapitalerhöhung und jede Ausschüttung verändert Bilanzsumme und Jahresleistung. Die Rechnung wächst mit, unabhängig vom Aufwand. Wer 2024 mit 500.000 Euro Umsatz startete und 2026 bei 1,5 Millionen liegt, zahlt für dieselbe Buchführung nach Tabelle C fast das Zweieinhalbfache der vollen Gebühr.
- Umsatzsteuer und Auslagen. Alle Beträge in der StBVV sind Nettobeträge. Auf die Vergütung kommen 19 Prozent Umsatzsteuer und Auslagen obendrauf. Für vorsteuerabzugsberechtigte GmbHs ist die Umsatzsteuer ein Durchlaufposten, für die Liquidität im Monat der Rechnung aber nicht.
So prüfst du die Rechnung deines Steuerberaters nach StBVV
Nach § 9 StBVV darf der Steuerberater seine Vergütung nur auf Basis einer Berechnung in Textform fordern, und diese Berechnung muss bestimmte Angaben enthalten. Fehlt eine davon, ist die Rechnung nicht fällig. Prüfe deshalb jede Rechnung auf diese Punkte:
- Gebührentatbestand und Paragraph: Jede Position muss den Tatbestand kurz bezeichnen und die angewandte Vorschrift nennen, zum Beispiel "Buchführung, § 33 Abs. 1 StBVV".
- Gegenstandswert: Bei Wertgebühren muss der Gegenstandswert ausgewiesen sein. Rechne nach, ob er zu deinem Umsatz, deiner Bilanzsumme oder deinem Einkommen passt.
- Zehntelsatz: Aus voller Gebühr und Zehntelsatz muss sich der Betrag ergeben. Liegt der Satz am oberen Rand, frag nach der Begründung nach § 11 StBVV.
- Zeitgebühren: Gleiche Stundensätze dürfen zusammengefasst werden, der Satz je Viertelstunde muss aber erkennbar sein. Mehr als 41 Euro je Viertelstunde sind nur mit Vergütungsvereinbarung nach § 4 StBVV zulässig.
- Vereinbarung vorhanden? Rechnet die Kanzlei über den gesetzlichen Sätzen ab, prüfe, ob eine Vergütungsvereinbarung in Textform mit korrekter Bezeichnung existiert. Fehlt sie, gilt nach § 4b StBVV nur die gesetzliche Vergütung.
Zahlst du eine Rechnung freiwillig und ohne Vorbehalt, kannst du sie nach § 4 Abs. 1 Satz 4 StBVV nicht allein wegen eines Formfehlers zurückfordern. Deshalb lohnt sich die Prüfung vor der Überweisung, nicht danach. Wenn die Rechnung dauerhaft nicht zum Leistungsumfang passt, ist das ein legitimer Grund für einen Wechsel, der Ablauf steht im Ratgeber Steuerberater wechseln.
Wie Skalar abrechnet: Festpreis statt Viertelstundentakt
Skalar arbeitet mit Festpreisen, die vorab in Textform vereinbart werden und den Leistungsumfang klar benennen, so wie es § 4 StBVV verlangt. Möglich ist das, weil die Buchhaltung bei Skalar weitgehend automatisiert läuft: Belege werden per Bankanbindung, E-Mail-Weiterleitung oder API erfasst und maschinell kontiert, der Steuerexperte setzt seine Zeit sinnvoll für Prüfung ein statt zu tippen. Der Aufwand pro Mandat ist dadurch planbar, und ein planbarer Aufwand lässt sich zu einem planbaren Preis anbieten. Bei einer Kanzlei, die nach Viertelstunden abrechnet, würde dieselbe Automatisierung den Umsatz senken. Bei einem Festpreismodell ist sie die Grundlage. Welche weiteren Unterschiede zwischen klassischen und digitalen Kanzleien für deine Entscheidung zählen, findest du im Ratgeber Klassische vs. digitale Steuerberatung.
Schluss mit Rechnungen, die du erst am Monatsende verstehst
Skalar nennt dir vorab einen Festpreis für Buchhaltung, Jahresabschluss und Steuererklärungen deiner GmbH. Rückfragen inklusive, Viertelstundentakt ausgeschlossen.
Angebot anfordernFAQ zu Steuerberater Stundensatz, Festpreis und StBVV
Wie hoch ist der Stundensatz eines Steuerberaters nach StBVV?
Der Stundensatz eines Steuerberaters nach StBVV ergibt sich aus der Zeitgebühr in § 13 StBVV: 16,50 bis 41 Euro je angefangene Viertelstunde, also 66 bis 164 Euro pro Stunde. Die Mittelgebühr liegt bei 115 Euro pro Stunde. Höhere Stundensätze sind nur mit einer Vergütungsvereinbarung in Textform nach § 4 StBVV zulässig.
Darf ein Steuerberater einen Festpreis vereinbaren?
Ein Steuerberater darf einen Festpreis vereinbaren, seit 1. Juli 2025 sogar einfacher als früher. Der alte § 14 StBVV zur Pauschalvergütung mit Mindestlaufzeit und Ausschlussliste ist weggefallen. Ein Festpreis ist jetzt eine Vergütungsvereinbarung nach § 4 StBVV: Textform, Bezeichnung als Vergütungsvereinbarung, getrennt von anderen Vereinbarungen und mit klar bezeichnetem Leistungsumfang.
Ist die StBVV für Steuerberater verbindlich?
Die StBVV ist für Steuerberater verbindlich, sobald keine abweichende Vereinbarung existiert. Ohne wirksame Vergütungsvereinbarung nach § 4 StBVV darf der Steuerberater nur die gesetzliche Vergütung fordern, das stellt § 4b StBVV klar. Mit einer Vereinbarung in Textform darf er nach oben und in außergerichtlichen Angelegenheiten nach § 4a StBVV auch nach unten davon abweichen.
Was ist die Mittelgebühr nach StBVV?
Die Mittelgebühr nach StBVV ist der Wert in der Mitte des zulässigen Gebührenrahmens. Bei der Buchführung nach § 33 Abs. 1 StBVV mit 2/10 bis 12/10 sind das 7/10, beim Jahresabschluss nach § 35 StBVV mit 10/10 bis 40/10 sind das 25/10. Viele Kanzleien setzen die Mittelgebühr als Standard an, verpflichtend ist das nicht, der Steuerberater entscheidet nach § 11 StBVV im Einzelfall.
Was kostet die laufende Buchführung nach StBVV für eine GmbH?
Die laufende Buchführung nach StBVV kostet für eine GmbH nach § 33 Abs. 1 StBVV 2/10 bis 12/10 der vollen Gebühr aus Tabelle C, bezogen auf den höheren Wert aus Jahresumsatz und Gesamtaufwand. Bei 1,2 Millionen Euro Umsatz beträgt die volle Gebühr 1.016 Euro, der zulässige Rahmen also 203 bis 1.219 Euro pro Monat zuzüglich Umsatzsteuer.
Gilt die neue StBVV 2025 auch für bestehende Verträge?
Die neue StBVV 2025 gilt für bestehende Verträge nach § 41 StBVV mit Verzögerung: Aufträge, die vor dem 1. Juli 2025 erteilt wurden, werden nach altem Recht abgerechnet. Bei Vereinbarungen in Textform mit mindestens einem Jahr Laufzeit gilt das alte Recht nur bis zum 31. Dezember 2025, ab 1. Januar 2026 rechnet der Steuerberater nach den neuen Sätzen.
Wie erkenne ich, ob meine Steuerberaterrechnung korrekt ist?
Ob deine Steuerberaterrechnung korrekt ist, erkennst du an den Pflichtangaben aus § 9 StBVV: Jede Position braucht eine kurze Bezeichnung des Gebührentatbestands, die angewandte Vorschrift, bei Wertgebühren den Gegenstandswert und bei Zeitgebühren den Satz je Viertelstunde. Fehlen diese Angaben oder liegt der Betrag über dem gesetzlichen Rahmen ohne Vergütungsvereinbarung in Textform, ist die Rechnung nicht fällig.

