Jahresabschluss für GmbHs: Fristen, Pflichten und Kosten im Überblick
Aufstellen, feststellen, offenlegen: Beim Jahresabschluss der GmbH hängt an jedem Schritt eine eigene Frist. Die letzte, zwölf Monate nach dem Bilanzstichtag, lässt sich nicht verlängern.
Für eine GmbH ist der Jahresabschluss keine Fleißaufgabe, sondern gesetzliche Pflicht. Anders als bei einem Einzelunternehmen hängt daran eine ganze Kette: aufstellen, ab mittlerer Größe prüfen lassen, von den Gesellschaftern feststellen lassen und offenlegen. Jeder Schritt hat seine eigene Frist, und die Fristen für die Offenlegung lassen sich nicht verlängern. Wer sie reißt, bekommt Post vom Bundesamt für Justiz.
Inhalt
Das Wichtigste zum Jahresabschluss der GmbH
- Jede GmbH ist bilanzierungspflichtig, unabhängig von Umsatz und Gewinn. Der Jahresabschluss besteht aus Bilanz, Gewinn-und-Verlust-Rechnung und Anhang. Kleinstgesellschaften dürfen auf den Anhang verzichten, mittelgroße und große GmbHs brauchen zusätzlich einen Lagebericht.
- Drei Fristen laufen nacheinander: Aufstellung in den ersten drei Monaten nach dem Bilanzstichtag, Feststellung durch die Gesellschafter bis acht Monate und Offenlegung im Unternehmensregister bis zwölf Monate nach dem Stichtag. Kleine GmbHs haben beim Aufstellen und Feststellen mehr Zeit, die Offenlegungsfrist ist für alle gleich und nicht verlängerbar.
- Ohne eigene Vergütungsvereinbarung richten sich die Kosten nach der Gebührenordnung für Steuerberater: 10/10 bis 40/10 einer vollen Gebühr nach Tabelle B, berechnet aus Bilanzsumme und betrieblicher Jahresleistung. In der Praxis landen kleine GmbHs meist im vierstelligen Bereich.
- Wer zu spät oder unvollständig offenlegt, riskiert ein Ordnungsgeld von 2.500 bis 25.000 Euro. Nach der Androhung bleiben sechs Wochen zum Nachholen. Wer sie nutzt, zahlt nur die Verfahrenskosten.
Warum der Jahresabschluss bei einer GmbH strenger geregelt ist
Die GmbH ist eine Kapitalgesellschaft, und dafür gelten die verschärften Vorschriften des Handelsgesetzbuchs. Der Grund ist die Haftungsbeschränkung: Weil die Gesellschafter nur mit dem Stammkapital haften, sollen Gläubiger, Banken und Geschäftspartner nachlesen können, wie es um das Unternehmen steht. Diese Transparenz erkauft sich die GmbH mit Pflichten, die eine Personengesellschaft in dieser Form nicht hat.
Konkret heißt das drei Dinge. Erstens gibt es keine Einnahmenüberschussrechnung als Abkürzung, jede GmbH bilanziert. Zweitens reicht es nicht, den Abschluss zu erstellen, er muss zusätzlich von den Gesellschaftern förmlich festgestellt werden. Drittens landet er öffentlich einsehbar im Unternehmensregister. Wie der Jahresabschluss allgemein aufgebaut ist und in welchen Schritten du vorgehst, steht im Ratgeber Jahresabschluss erstellen. Hier geht es um das, was speziell für die GmbH gilt.
Woraus besteht der Jahresabschluss einer GmbH?
Die Bestandteile hängen von der Größenklasse ab. Diese Elemente kommen infrage:
- Bilanz: Gegenüberstellung von Vermögen und Kapital zum Stichtag. Pflicht für jede GmbH.
- Gewinn-und-Verlust-Rechnung: Erträge und Aufwendungen des Geschäftsjahres. Pflicht für jede GmbH, Kleinstgesellschaften dürfen sie stark verkürzen.
- Anhang: Erläutert Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und Haftungsverhältnisse. Die Bezüge der Geschäftsführung muss erst die mittelgroße GmbH angeben, Kredite und Vorschüsse an Geschäftsführer dagegen jede GmbH. Pflicht für alle GmbHs außer Kleinstkapitalgesellschaften, die stattdessen wenige Angaben unter die Bilanz setzen dürfen.
- Lagebericht: Beschreibt Geschäftsverlauf, Lage und Risiken. Pflicht erst ab mittelgroßer GmbH.
- Kapitalflussrechnung und Eigenkapitalspiegel: Nur für kapitalmarktorientierte Gesellschaften relevant, für die typische GmbH nicht.
Wichtig ist der Unterschied zwischen Handelsbilanz und Steuerbilanz. Die Handelsbilanz folgt dem HGB und ist die Grundlage für Feststellung und Offenlegung. Fürs Finanzamt wird die Handelsbilanz entweder per Überleitungsrechnung an die steuerlichen Regeln angepasst oder als eigene Steuerbilanz aufgestellt und elektronisch als E-Bilanz übermittelt. Seit dem Geschäftsjahr 2025 gehören dazu auch die einzelnen Kontensalden, nicht mehr nur die verdichteten Bilanzposten. Beide Zahlenwerke unterscheiden sich regelmäßig, etwa bei Rückstellungen oder Abschreibungen, und genau diese Abweichungen sorgen später für Rückfragen, wenn sie nicht sauber dokumentiert sind.
Größenklassen: Wovon abhängt, was deine GmbH liefern muss
Das HGB teilt Kapitalgesellschaften in vier Größenklassen ein. Maßgeblich sind Bilanzsumme, Umsatzerlöse und Zahl der Arbeitnehmer im Jahresdurchschnitt. Eine GmbH fällt in eine Klasse, wenn sie an zwei aufeinanderfolgenden Abschlussstichtagen mindestens zwei der drei Merkmale nicht überschreitet. Die folgenden Werte gelten seit dem Geschäftsjahr 2024, sie wurden im April 2024 deutlich angehoben:
| Größenklasse | Bilanzsumme | Umsatzerlöse | Arbeitnehmer |
|---|---|---|---|
| Kleinstkapitalgesellschaft | bis 450.000 Euro | bis 900.000 Euro | bis 10 |
| Klein | bis 7,5 Mio. Euro | bis 15 Mio. Euro | bis 50 |
| Mittelgroß | bis 25 Mio. Euro | bis 50 Mio. Euro | bis 250 |
| Groß | über 25 Mio. Euro | über 50 Mio. Euro | über 250 |
Die Einordnung ist keine Formalie, sie entscheidet über drei teure Fragen: ob du einen Lagebericht brauchst, ob eine Prüfung durch einen Wirtschaftsprüfer ansteht und wie viel du offenlegen musst. Weil die Schwellen 2024 angehoben wurden, sind einige GmbHs in eine kleinere Klasse gerutscht und dadurch von der Prüfungspflicht befreit worden. Das lohnt sich zu prüfen, bevor du einen Prüfungsauftrag verlängerst.
Diese Fristen gelten für den Jahresabschluss der GmbH
Für ein Geschäftsjahr, das dem Kalenderjahr entspricht, sieht der Fahrplan so aus:
- Aufstellung: innerhalb der ersten drei Monate nach dem Bilanzstichtag, also bis zum 31. März. Kleine GmbHs dürfen sich bis zu sechs Monate Zeit lassen, wenn es einem ordnungsgemäßen Geschäftsgang entspricht.
- Feststellung durch die Gesellschafter: bis zum Ablauf der ersten acht Monate des Folgejahres, bei kleinen GmbHs bis elf Monate (§ 42a GmbHG). Der Gesellschaftsvertrag darf diese Fristen nicht verlängern.
- Offenlegung im Unternehmensregister: spätestens zwölf Monate nach dem Bilanzstichtag, also bis zum 31. Dezember des Folgejahres (§ 325 HGB). Diese Frist ist nicht verlängerbar.
- Steuererklärungen und E-Bilanz: an die Steuererklärungsfristen gekoppelt. Ohne Berater ist Ende Juli des Folgejahres Schluss, mit Steuerberater in der Regel erst Ende Februar des übernächsten Jahres, für 2025 ist das der 1. März 2027, weil der 28. Februar auf einen Sonntag fällt.
Bemerkenswert ist die Reihenfolge: Feststellung vor Offenlegung. Offengelegt wird der festgestellte Abschluss. Wer im Dezember hektisch offenlegt, ohne dass die Gesellschafter je einen Beschluss gefasst haben, legt formal einen Abschluss offen, den es so noch gar nicht gibt.
Jahresabschluss ohne Fristenstress
Skalar verbindet automatisierte Buchhaltung mit persönlicher Beratung durch Steuerexperten. Wir behalten Größenklasse, Feststellung und Offenlegungsfrist im Blick, damit du dich um dein Geschäft kümmern kannst.
Unverbindliches Angebot anfordernFeststellung des Jahresabschlusses: der Schritt, den viele GmbHs überspringen
Die Feststellung ist ein Gesellschafterbeschluss. Die Geschäftsführung legt den aufgestellten Abschluss unverzüglich den Gesellschaftern vor, diese beschließen über die Feststellung und über die Verwendung des Ergebnisses. Erst mit diesem Beschluss ist der Abschluss verbindlich, und erst danach kann die reguläre Gewinnausschüttung für das abgelaufene Jahr beschlossen werden. Vorabausschüttungen auf den erwarteten Gewinn sind zwar möglich, aber an enge Voraussetzungen geknüpft. Lass sie im Einzelfall von Steuerberater und Anwalt prüfen. Wie der Beschluss über die Verwendung des Ergebnisses in der Praxis abläuft, zeigt der Beitrag Gewinnausschüttung in der GmbH.
Drei Punkte werden dabei regelmäßig vergessen:
- Unterschriften: Der Jahresabschluss ist von allen Geschäftsführern mit Angabe des Datums zu unterzeichnen (§ 245 HGB). Bei mehreren Geschäftsführern reicht eine Unterschrift nicht.
- Protokoll: Der Feststellungsbeschluss gehört schriftlich dokumentiert. Bei einer Betriebsprüfung oder einem Gesellschafterstreit ist das die entscheidende Unterlage.
- Entlastung: Die Gesellschafter entscheiden üblicherweise im selben Zug über die Entlastung der Geschäftsführung. Das ist ein eigener Beschlusspunkt und passiert nicht automatisch mit der Feststellung.
Erst nach der Feststellung ist auch klar, was ausgeschüttet werden kann. Welche Wege es dafür gibt und wie sie steuerlich wirken, zeigt der Beitrag Geld aus der GmbH entnehmen.
Wann braucht deine GmbH einen Wirtschaftsprüfer?
Geprüft werden müssen alle Kapitalgesellschaften, die nicht klein sind (§ 316 HGB). Für die große Mehrheit der GmbHs heißt das: keine Prüfungspflicht. Sobald deine GmbH aber in die mittelgroße Klasse wächst, wird der Abschluss prüfungspflichtig, und zwar samt Lagebericht.
Die Rechtsfolge ist härter als viele denken. Ist eine Prüfung vorgeschrieben und findet nicht statt, kann der Jahresabschluss nicht festgestellt werden. Der Beschluss der Gesellschafter geht ins Leere, und auch ein darauf gestützter Gewinnverwendungsbeschluss ist angreifbar. Ob und wie sich das nachträglich heilen lässt, sollte ein Anwalt im Einzelfall prüfen. Wer absehbar über die Schwellen wächst, sollte den Prüfer deshalb früh im Jahr mandatieren und nicht erst, wenn der Abschluss fertig ist.
Offenlegung im Unternehmensregister und was bei Versäumnis passiert
Seit dem 1. Januar 2022 werden Jahresabschlüsse im Unternehmensregister offengelegt. Die Einreichung läuft weiterhin über die Publikationsplattform des Bundesanzeiger Verlags, von dort werden die Unterlagen an das Unternehmensregister übermittelt. Wer noch nach dem Bundesanzeiger als Veröffentlichungsort sucht, arbeitet mit veraltetem Stand.
Wie viel offenzulegen ist, hängt wieder an der Größenklasse. Kleine GmbHs kommen mit der Bilanz und dem Anhang aus, mittelgroße und große legen zusätzlich Gewinn-und-Verlust-Rechnung, Lagebericht und Prüfungsvermerk offen. Kleinstkapitalgesellschaften haben ein eigenes Wahlrecht, das reinen Beteiligungsholdings nicht offensteht: Sie dürfen ihre Bilanz statt der Offenlegung lediglich hinterlegen, dann ist sie nur auf kostenpflichtige Anfrage einsehbar. Das ist die Antwort auf die häufige Frage, wann eine GmbH ihre Bilanz nicht veröffentlichen muss.
Verstreicht die Zwölfmonatsfrist, leitet das Bundesamt für Justiz ein Ordnungsgeldverfahren ein. Der Ablauf ist formalisiert:
- Das Bundesamt droht ein Ordnungsgeld an und setzt eine Nachfrist von sechs Wochen.
- Wer innerhalb dieser sechs Wochen offenlegt, zahlt kein Ordnungsgeld, sondern nur die Verfahrenskosten. Wer erst danach, aber vor der Entscheidung des Bundesamts offenlegt, bekommt das Ordnungsgeld herabgesetzt: auf 2.500 Euro bei mittelgroßen und großen GmbHs, auf 1.000 Euro bei kleinen GmbHs und auf 500 Euro bei Kleinstgesellschaften, die ihre Bilanz hinterlegt haben.
- Wer weiter untätig bleibt, bekommt das Ordnungsgeld festgesetzt. Der Rahmen liegt bei 2.500 bis 25.000 Euro (§ 335 HGB).
- Die Androhung wird anschließend wiederholt, das Verfahren endet also nicht mit einer einmaligen Zahlung.
Adressat ist dabei nicht abstrakt die Gesellschaft allein, das Verfahren richtet sich auch gegen die Geschäftsführung persönlich. Das ist der Grund, warum die Offenlegung selten der Punkt sein sollte, an dem man spart.
Was kostet der Jahresabschluss einer GmbH?
Beauftragst du einen Steuerberater, gilt ohne besondere Vereinbarung die gesetzliche Gebührenordnung für Steuerberater. Viele Berater vereinbaren stattdessen schriftlich einen Festpreis oder eine eigene Vergütung, das ist ausdrücklich erlaubt. In der Gebührenordnung wird nach Tabelle B abgerechnet, der Gegenstandswert ergibt sich aus der berichtigten Bilanzsumme und der betrieblichen Jahresleistung. Die Gebührensätze:
- Jahresabschluss, also Bilanz und Gewinn-und-Verlust-Rechnung: 10/10 bis 40/10 einer vollen Gebühr.
- Anhang: 2/10 bis 12/10.
- Ableitung des steuerlichen Ergebnisses aus dem Handelsbilanzergebnis: 2/10 bis 10/10, eine Steuerbilanz aus der Handelsbilanz 5/10 bis 12/10.
- Erläuterungsbericht: 2/10 bis 12/10.
- Beratende Mitwirkung, wenn du selbst aufstellst: 2/10 bis 10/10 für den Abschluss, jeweils 2/10 bis 4/10 für Anhang und Lagebericht.
Praktisch heißt das: Eine kleine, sauber vorbereitete GmbH liegt im niedrigen bis mittleren vierstelligen Bereich, eine mittelgroße mit Anhang, Lagebericht und Prüfungsbegleitung deutlich darüber. Den größten Hebel hast du nicht beim Verhandeln des Zehntelsatzes, sondern bei der Vorarbeit. Eine unterjährig sauber geführte Buchhaltung ohne offene Posten, mit abgestimmten Konten und dokumentierten Sachverhalten senkt den Aufwand spürbar. Wie das praktisch aussieht, zeigen die Ratgeber zur digitalen Buchhaltung und zur GmbH-Buchhaltungssoftware. Welche Zahlen dir unterjährig dabei helfen, zeigt die betriebswirtschaftliche Auswertung.
Was Skalar für dich übernimmt und was es kostet, wird individuell im Angebot vereinbart. Leistungsumfang und Preis hängen von Umsatz, Bilanzsumme und Belegvolumen ab, die Angaben hier sind Orientierung, kein Angebot.
Jahresabschluss der GmbH selbst erstellen oder erstellen lassen?
Rechtlich darfst du den Jahresabschluss deiner GmbH selbst aufstellen, ein Steuerberatervorbehalt besteht dafür nicht. Praktisch ist es die Ausnahme, und das aus guten Gründen: Bewertungsfragen bei Rückstellungen und Vorräten, die Abgrenzung von Handels- und Steuerbilanz, die korrekte Behandlung von Geschäftsführerbezügen und verdeckten Gewinnausschüttungen sowie die Einreichungsformate der E-Bilanz sind Spezialwissen. Dazu kommt der Fristenvorteil: Wer steuerlich beraten wird, bekommt bei den Steuererklärungen deutlich längere Fristen.
Sinnvoll selbst machen lässt sich die Vorarbeit, nicht der Abschluss: laufende Buchhaltung, Inventur, Abstimmung der Konten, vollständige Belege. Denselben Effekt kennst du aus der Lohnbuchhaltung, wo eine strukturierte Datenlieferung die Gebühr senkt. Wie das dort funktioniert, steht im Beitrag Lohnabrechnung erstellen lassen.
Checkliste: So bereitest du den Jahresabschluss deiner GmbH vor
- Buchhaltung des Geschäftsjahres vollständig verbucht, alle Belege vorhanden und digital zugeordnet
- Bankkonten, Kasse und Zahlungsdienstleister abgestimmt, Differenzen geklärt
- Offene Posten bei Kunden und Lieferanten geprüft, zweifelhafte Forderungen bewertet
- Inventur zum Stichtag durchgeführt und dokumentiert
- Rückstellungen erfasst, etwa für Urlaub, Tantiemen, Archivierung oder drohende Verluste, wobei Letztere steuerlich nicht anerkannt werden
- Abgrenzungen gebucht, also Aufwand und Ertrag dem richtigen Jahr zugeordnet
- Anlagevermögen und Abschreibungen aktualisiert, Zugänge und Abgänge dokumentiert
- Geschäftsführerverträge, Darlehen und Verträge mit Gesellschaftern auf Fremdüblichkeit geprüft
- Größenklasse bestimmt und mit dem Vorjahr abgeglichen
- Termin für die Gesellschafterversammlung zur Feststellung gesetzt, mit Vorlauf vor der Offenlegungsfrist
Häufige Fehler beim Jahresabschluss der GmbH
- Feststellungsbeschluss fehlt: Der Abschluss ist fertig und offengelegt, aber es gibt keinen dokumentierten Gesellschafterbeschluss. Formal ist der Abschluss damit nicht festgestellt.
- Größenklasse falsch bestimmt: Die Einordnung wird nur für ein Jahr geprüft statt für zwei aufeinanderfolgende Stichtage, oder die 2024 angehobenen Schwellenwerte sind noch nicht berücksichtigt.
- Nur ein Geschäftsführer unterschreibt: Das HGB verlangt die Unterschrift aller Geschäftsführer, mit Datum.
- Verdeckte Gewinnausschüttungen übersehen: Unangemessene Geschäftsführergehälter, zinslose Darlehen der GmbH an ihre Gesellschafter oder privat genutzte Firmenwagen ohne saubere Regelung werden in der Betriebsprüfung teuer.
- Offenlegungsfrist unterschätzt: Die zwölf Monate wirken großzügig, sind aber nicht verlängerbar. Wer im Dezember anfängt, hat keinen Puffer mehr für Rückfragen.
- Handels- und Steuerbilanz nicht abgestimmt: Abweichungen sind normal, aber sie müssen nachvollziehbar dokumentiert sein, sonst entstehen Rückfragen bei jeder Prüfung.
Fazit: Der Jahresabschluss der GmbH ist ein Prozess, kein Dokument
Der Jahresabschluss einer GmbH ist mehr als eine Bilanz. Er ist eine Kette aus Aufstellung, gegebenenfalls Prüfung, Feststellung durch die Gesellschafter und Offenlegung, mit eigenen Fristen an jeder Station und einer nicht verlängerbaren Deadline am Ende. Wer die Größenklasse kennt, die Termine rückwärts vom 31. Dezember plant und die Buchhaltung unterjährig sauber hält, macht daraus einen planbaren Vorgang. Wer erst im Herbst anfängt, zahlt die Verzögerung doppelt, einmal in Beratungsgebühren und einmal in Nerven.
Jahresabschluss deiner GmbH mit Skalar
Skalar führt die Buchhaltung deiner GmbH unterjährig digital und erstellt daraus den Jahresabschluss. Der Preis dafür ist im Festpreis enthalten, den du schon zu Jahresbeginn kennst.
Angebot anfordernFAQ zum Jahresabschluss der GmbH
Bis wann muss der Jahresabschluss einer GmbH fertig sein?
Fertig sein muss der Jahresabschluss einer GmbH in drei Etappen: aufgestellt innerhalb von drei Monaten (kleine GmbHs sechs), von den Gesellschaftern festgestellt innerhalb von acht Monaten (kleine GmbHs elf) und offengelegt innerhalb von zwölf Monaten, jeweils gerechnet ab dem Bilanzstichtag. Bei einem Geschäftsjahr gleich Kalenderjahr sind das der 31. März oder 30. Juni, der 31. August oder 30. November und der 31. Dezember des Folgejahres. Größenabhängig sind nur die ersten beiden Fristen, bei der Offenlegung gibt es keinen Aufschub.
Woraus besteht der Jahresabschluss einer GmbH?
Der Jahresabschluss einer GmbH besteht aus Bilanz, Gewinn-und-Verlust-Rechnung sowie Anhang. Mittelgroße und große GmbHs müssen zusätzlich einen Lagebericht erstellen. Kleinstkapitalgesellschaften dürfen auf den Anhang verzichten, wenn sie einige wenige Angaben unter die Bilanz setzen. Für das Finanzamt kommt die E-Bilanz dazu, also die steuerlich angepassten Zahlen in elektronischer Form, seit 2025 einschließlich der einzelnen Kontensalden.
Was ist die Feststellung des Jahresabschlusses bei einer GmbH?
Die Feststellung des Jahresabschlusses ist der Gesellschafterbeschluss, mit dem der aufgestellte Abschluss verbindlich wird. Dafür haben die Gesellschafter acht Monate nach Ende des Geschäftsjahres Zeit, bei kleinen GmbHs elf Monate, auch per Gesellschaftsvertrag lässt sich diese Frist nicht verlängern. Erst nach der Feststellung kann über die reguläre Gewinnausschüttung für das abgelaufene Jahr entschieden werden, für Vorabausschüttungen gelten eigene, strengere Regeln.
Wo muss eine GmbH ihren Jahresabschluss veröffentlichen?
Veröffentlichen muss eine GmbH ihren Jahresabschluss im Unternehmensregister, der Bundesanzeiger ist seit 2022 nicht mehr der Veröffentlichungsort. Technisch reichst du die Unterlagen über die Plattform des Bundesanzeiger Verlags ein, die sie an das Register weiterleitet. Dort kann sie jeder einsehen, nur die hinterlegte Bilanz einer Kleinstgesellschaft wird erst auf Anfrage herausgegeben. Spätestens zwölf Monate nach dem Bilanzstichtag muss die Einreichung erledigt sein.
Wann muss eine GmbH keine Bilanz veröffentlichen?
Keine Bilanz veröffentlichen im eigentlichen Sinn muss eine GmbH nur als Kleinstkapitalgesellschaft, also wenn sie an zwei aufeinanderfolgenden Stichtagen mindestens zwei dieser drei Grenzen einhält: 450.000 Euro Bilanzsumme, 900.000 Euro Umsatzerlöse, zehn Arbeitnehmer. Sie darf die Bilanz stattdessen beim Register hinterlegen, Dritte bekommen sie dann nur auf Anfrage gegen Gebühr. Von der Einreichungspflicht selbst ist aber keine GmbH befreit. Reine Beteiligungsholdings, die nur Anteile halten und sich nicht in die Geschäfte ihrer Töchter einschalten, gelten nicht als Kleinstkapitalgesellschaft und können das Hinterlegungswahlrecht deshalb nicht nutzen.
Was kostet der Jahresabschluss einer GmbH beim Steuerberater?
Der Jahresabschluss einer GmbH kostet beim Steuerberater ohne eigene Vergütungsvereinbarung zwischen 10/10 und 40/10 einer vollen Gebühr der Gebührentabelle, der Anhang zusätzlich 2/10 bis 12/10. Welche Zeile der Tabelle gilt, bestimmt der Gegenstandswert, der aus berichtigter Bilanzsumme und betrieblicher Jahresleistung gebildet wird. Kleine GmbHs mit sauber vorbereiteter Buchhaltung landen meist im niedrigen bis mittleren vierstelligen Bereich, mittelgroße deutlich darüber. Bei einem Festpreis, wie ihn Skalar anbietet, ist der Jahresabschluss im vereinbarten Preis enthalten.
Braucht eine GmbH einen Wirtschaftsprüfer für den Jahresabschluss?
Einen Wirtschaftsprüfer braucht eine GmbH für den Jahresabschluss erst ab der mittelgroßen Größenklasse, also wenn sie an zwei Stichtagen hintereinander mindestens zwei der Grenzen für kleine Gesellschaften überschreitet. Kleine GmbHs und Kleinstgesellschaften sind von der Prüfungspflicht befreit. Ohne die vorgeschriebene Prüfung lässt sich der Abschluss nicht wirksam feststellen, beauftrage den Prüfer deshalb möglichst schon im laufenden Jahr.
Welche Strafe droht, wenn eine GmbH den Jahresabschluss zu spät offenlegt?
Zu spät offengelegt heißt für eine GmbH: Das Bundesamt für Justiz droht ein Ordnungsgeld an und gewährt sechs Wochen Nachfrist. Wer darin offenlegt, zahlt nur die Verfahrenskosten. Wer erst danach, aber noch vor der Entscheidung des Bundesamts offenlegt, bekommt das Ordnungsgeld herabgesetzt, sonst wird es zwischen 2.500 und 25.000 Euro festgesetzt, und die Androhung wird wiederholt. Betroffen ist nicht nur die GmbH, sondern auch jeder Geschäftsführer persönlich.
Maßgeblich für Leistungsumfang und Preis ist ausschließlich die individuelle Vergütungsvereinbarung. Dieser Artikel beschreibt das typische Skalar-Modell und begründet keine Ansprüche.

