Liquiditätsplanung für die GmbH: Steuern, Löhne und Reserve richtig planen
Liquiditätsplan für die GmbH in sechs Schritten erstellen: alle Steuertermine, die richtige Reserve, typische Fehler und was der Geschäftsführer haftungsrechtlich beachten muss.
Eine GmbH kann auf dem Papier profitabel sein und trotzdem im Dezember die Löhne nicht zahlen, weil im selben Monat Körperschaftsteuer-Vorauszahlung, Umsatzsteuer und die Nachzahlung aus dem letzten Jahresabschluss zusammenfallen. Liquiditätsplanung heißt, genau diese Wochen vorher zu sehen. Der wichtigste Hebel dafür ist nicht eine bessere Excel-Vorlage, sondern eine Regel: Steuern und Sozialabgaben wandern am Tag der Rechnungsstellung gedanklich vom Konto, nicht erst am Zahltag.
Konkret: Lege für jede Ausgangsrechnung die enthaltene Umsatzsteuer und einen festen Prozentsatz vom Gewinn für Körperschaft- und Gewerbesteuer auf ein separates Unterkonto. Dann ist der Steuertermin kein Schock mehr, sondern eine Umbuchung.
Das Wichtigste zur Liquiditätsplanung für GmbHs
- Ein Liquiditätsplan stellt alle erwarteten Einzahlungen und Auszahlungen pro Woche oder Monat gegenüber und zeigt, wann das Konto eng wird. 13 Wochen rollierend ist der Standard für operative Planung.
- Die größten Löcher reißen Steuern: Körperschaftsteuer am 10. März, Juni, September und Dezember, Gewerbesteuer am 15. Februar, Mai, August und November, dazu monatlich Umsatzsteuer, Lohnsteuer und Sozialabgaben.
- Plane mindestens drei Monatsfixkosten als Reserve und reserviere Steuern direkt bei Rechnungsstellung auf einem Unterkonto, nicht erst zum Fälligkeitstermin.
- Als Geschäftsführer musst du die Zahlungsfähigkeit laufend im Blick haben. Bei Zahlungsunfähigkeit bleiben dir maximal drei Wochen bis zum Insolvenzantrag, und zwar nur, wenn eine Rettung realistisch ist.
Was ein Liquiditätsplan ist und was er nicht ist
Ein Liquiditätsplan ist eine Vorschau auf deinen Kontostand. Er listet für jeden Zeitabschnitt, meist Woche oder Monat, alle erwarteten Zahlungseingänge und Zahlungsausgänge auf und rechnet vom aktuellen Bankbestand aus weiter. Das Ergebnis ist eine Zeile, die zählt: der voraussichtliche Kontostand am Ende jeder Periode. Wird sie negativ oder unterschreitet sie deine Reserve, hast du ein Problem, das du jetzt noch lösen kannst.
Der Liquiditätsplan ist damit etwas anderes als die BWA oder die Gewinn- und Verlustrechnung. Die BWA zeigt Erträge und Aufwendungen nach dem Zeitpunkt der Leistung, der Liquiditätsplan zeigt Geld nach dem Zeitpunkt der Zahlung. Eine Rechnung über 50.000 Euro, die du im März stellst, ist in der BWA Umsatz im März. Auf dem Konto landet sie vielleicht im Mai, oder nie. Wie du die BWA richtig liest, steht im Artikel zur Betriebswirtschaftlichen Auswertung. Für die Liquidität brauchst du beides, aber getrennt.
Drei Zeithorizonte haben sich bewährt. Die kurzfristige Planung läuft wöchentlich über 13 Wochen und steuert das Tagesgeschäft. Die mittelfristige Planung läuft monatlich über zwölf Monate und erfasst alle Steuertermine, Jahresabschlusskosten und Investitionen. Die langfristige Planung über zwei bis drei Jahre ist eine grobe Richtung für Bank und Gesellschafter. Für den Alltag einer GmbH mit ein bis zwanzig Millionen Umsatz sind die ersten beiden entscheidend.
Liquiditätsplan erstellen: Die Vorlage in sechs Schritten
Du brauchst keine Spezialsoftware, eine Tabelle mit den richtigen Zeilen reicht. Entscheidend ist, dass du den Plan jede Woche aktualisierst und mit dem echten Kontostand abgleichst. So baust du ihn auf:
- Anfangsbestand eintragen. Kontostände aller Geschäftskonten plus Kasse am Stichtag, abzüglich bereits beauftragter, noch nicht gebuchter Überweisungen.
- Einzahlungen planen. Offene Kundenrechnungen nach erwartetem Zahlungsdatum, nicht nach Fälligkeit. Wer erfahrungsgemäß 20 Tage zu spät zahlt, wird 20 Tage später eingeplant. Dazu wiederkehrende Umsätze, erwartete Neuaufträge mit realistischer Wahrscheinlichkeit, Umsatzsteuer-Erstattungen, Zuschüsse.
- Laufende Auszahlungen planen. Gehälter und Sozialabgaben, Miete, Software, Lieferanten, Werbebudgets, Darlehensraten, Leasing. Hier hilft die Offene-Posten-Liste aus der Buchhaltung, weil sie jede Eingangsrechnung mit Fälligkeit zeigt.
- Steuern und Abgaben als eigene Zeilen führen. Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer, Umsatzsteuer, Lohnsteuer, Sozialversicherung, jeweils mit dem exakten Termin. Die Termine stehen im nächsten Abschnitt.
- Einmalige und saisonale Posten ergänzen. Jahresabschlusskosten, Versicherungsjahresbeiträge, Bonuszahlungen, Urlaubsgeld, Investitionen, geplante Gewinnausschüttung inklusive Kapitalertragsteuer.
- Endbestand berechnen und mit der Reserve vergleichen. Anfangsbestand plus Einzahlungen minus Auszahlungen ergibt den Endbestand, der zugleich der Anfangsbestand der nächsten Periode ist. Liegt er unter deiner Mindestreserve, markierst du die Periode und planst die Gegenmaßnahme.
Ein brauchbarer Liquiditätsplan ist nie fertig. Jede Woche rückt eine neue Periode nach, die vergangene wird mit den Ist-Zahlen überschrieben, und du siehst sofort, wo deine Annahmen zu optimistisch waren. Nach drei Monaten kennst du das Zahlungsverhalten deiner Kunden besser als jede Bonitätsauskunft.
Fehlt dir die aktuelle Zahlenbasis für den Liquiditätsplan?
Skalar liefert dir monatlich BWA und Offene-Posten-Liste, in der Regel bis Mitte des Folgemonats, damit dein Plan auf echten Zahlen steht statt auf Schätzungen.
Unverbindliches Angebot anfordernSteuertermine der GmbH: Der Zahlungskalender für die Liquiditätsplanung
Steuern sind die einzige Position im Liquiditätsplan, deren Termine du heute schon für das ganze Jahr kennst. Trotzdem sind sie der häufigste Grund für Engpässe, weil sich mehrere Zahlungen in denselben Monaten ballen. Der Dezember ist der kritischste Monat: Körperschaftsteuer-Vorauszahlung, Umsatzsteuer für November, Lohnsteuer, Sozialabgaben und oft Weihnachtsgeld fallen zusammen. Trag diese Termine als erstes ein:
| Abgabe | Termin | Was du wissen musst |
|---|---|---|
| Körperschaftsteuer-Vorauszahlung | 10. März, 10. Juni, 10. September, 10. Dezember | Je ein Viertel der voraussichtlichen Jahressteuer, Basis ist der letzte Bescheid. 15 Prozent auf den Gewinn plus Solidaritätszuschlag (§ 31 KStG mit § 37 EStG, § 23 KStG) |
| Gewerbesteuer-Vorauszahlung | 15. Februar, 15. Mai, 15. August, 15. November | Je ein Viertel der letzten Jahressteuer, Höhe abhängig vom Hebesatz deiner Gemeinde (§ 19 GewStG) |
| Umsatzsteuer-Voranmeldung | 10. des Folgemonats, mit Dauerfristverlängerung ein Monat später | Monatlich ab 9.000 Euro Umsatzsteuer im Vorjahr, sonst quartalsweise. Anmeldung und Zahlung fallen auf denselben Tag (§ 18 UStG) |
| Lohnsteuer | 10. des Folgemonats | Monatlich ab 5.000 Euro Lohnsteuer im Vorjahr (§ 41a EStG) |
| Sozialversicherungsbeiträge | Drittletzter Bankarbeitstag des laufenden Monats | Fällig noch im Beschäftigungsmonat, also vor der Lohnsteuer. Zahlung in voraussichtlicher Höhe, Rest im Folgemonat (§ 23 SGB IV) |
| Körperschaft- und Gewerbesteuer-Nachzahlung | Ein Monat nach Bekanntgabe des Bescheids | Kommt mit dem Jahresabschluss des Vorjahres, meist im zweiten Halbjahr. Häufig zusammen mit erhöhten Vorauszahlungen für das laufende Jahr (§ 36 Abs. 4 EStG, § 20 Abs. 2 GewStG) |
Fällt ein Termin auf ein Wochenende oder einen Feiertag, verschiebt er sich auf den nächsten Werktag (§ 108 Abs. 3 AO). 2026 betrifft das etwa den 10. Januar, 10. Mai und 10. Oktober sowie drei der vier Gewerbesteuertermine. Verlass dich aber nicht auf die dreitägige Schonfrist bei Überweisungen: Sie schützt nur vor dem Säumniszuschlag, verschiebt die Fälligkeit nicht und zählt erst ab Gutschrift beim Finanzamt (§ 240 Abs. 3 AO, § 224 Abs. 2 AO).
Die Steuer-Nachzahlung: Der Doppelschlag nach dem Jahresabschluss
Der gefährlichste Moment im Steuerjahr ist der Bescheid nach einem guten Jahr. Das Finanzamt fordert dann nicht nur die Nachzahlung für das abgelaufene Jahr, fällig einen Monat nach Bekanntgabe, sondern setzt gleichzeitig die Vorauszahlungen für das laufende Jahr auf das neue Niveau hoch (§ 37 Abs. 3 EStG). Der Unterschiedsbetrag für die schon vergangenen Quartale wird dabei nicht verteilt, sondern zum nächsten Vorauszahlungstermin fällig (IV R 241/80). Wer 2025 den Gewinn verdoppelt hat, zahlt im Herbst 2026 unter Umständen Nachzahlung plus den aufgelaufenen Mehrbetrag für drei Quartale innerhalb weniger Wochen. Bei der Gewerbesteuer läuft das gleiche Spiel, nur mit der Gemeinde als Absender (§ 20 Abs. 2 GewStG).
Das funktioniert auch umgekehrt: Läuft das Jahr schlechter als das Vorjahr, kannst du beim Finanzamt beantragen, die Vorauszahlungen herabzusetzen. Dafür brauchst du eine plausible Gewinnprognose, zum Beispiel aus der aktuellen BWA. Das Finanzamt muss nicht zustimmen, tut es bei nachvollziehbarer Begründung aber in der Regel (§ 37 Abs. 3 EStG, für die Gewerbesteuer § 19 Abs. 3 GewStG). Wie sich die Körperschaftsteuer genau berechnet, steht im Artikel Körperschaftsteuer einfach erklärt, die Gewerbesteuer im Artikel Gewerbesteuer berechnen.
Wie Skalar die Liquiditätsplanung deiner GmbH aktuell hält
Der Liquiditätsplan ist nur so gut wie die Zahlen, die hineinfließen. Und genau da hakt es bei der klassischen Kanzlei: Die BWA kommt sechs bis acht Wochen nach Monatsende, die Offene-Posten-Liste muss angefragt werden, und der Vorauszahlungsbescheid liegt in einem Ordner, von dem der Geschäftsführer erst erfährt, wenn die Abbuchung kommt. Planen lässt sich so nur mit Schätzwerten.
Bei Skalar werden Belege laufend und automatisiert verarbeitet, nicht gesammelt und einmal im Quartal gebucht. Deshalb bekommst du die BWA in der Regel bis zur Mitte des Folgemonats, zusammen mit der Offene-Posten-Liste, die dir für jede Kundenrechnung zeigt, was noch aussteht und seit wann. Die Umsatzsteuer-Voranmeldung erstellen wir aus denselben Daten, du kennst den Zahlbetrag also, bevor er fällig wird. Steuerbescheide prüfen wir, wenn sie kommen, und melden dir, was sich an den Vorauszahlungen ändert. Mit diesen drei Bausteinen füllst du den Liquiditätsplan in einer halben Stunde pro Woche, statt Zahlen zusammenzusuchen. Wie digitale Buchhaltung grundsätzlich arbeitet, zeigt der Artikel Digitale Buchhaltung.
Beispiel für Liquiditätsplanung: Online-Händler mit 3 Millionen Umsatz
Ein E-Commerce-Unternehmen als GmbH, drei Millionen Euro Umsatz, zwölf Mitarbeiter, etwa 1.500 Belege im Monat, starkes Weihnachtsgeschäft. Der Umsatz im vierten Quartal ist doppelt so hoch wie im Rest des Jahres, die Wareneinkäufe dafür laufen ab September.
Vorher: Die BWA für September kam Mitte November. Die Umsatzsteuer für Oktober war am 10. Dezember fällig, am selben Tag die Körperschaftsteuer-Vorauszahlung, dazu kam Ende November der Bescheid für das Vorjahr mit Nachzahlung und erhöhten Vorauszahlungen. Der Kontokorrentkredit war am 12. Dezember ausgeschöpft, das Weihnachtsgeld wurde aus der privaten Rücklage des Gesellschafters vorfinanziert. Nicht weil das Geschäft schlecht lief, sondern weil niemand die vier Termine nebeneinander gesehen hatte.
Nachher: Die BWA für September liegt Mitte Oktober vor, der Umsatzsteuerbetrag für Oktober steht Anfang November fest. Im 13-Wochen-Plan sind der Dezember mit allen Steuerterminen und das Weihnachtsgeld seit August markiert. Ab September fließt die Umsatzsteuer aus jeder Ausgangsrechnung direkt auf ein Unterkonto, und der Geschäftsführer hat im Oktober die Zahlungsziele bei zwei Lieferanten um 30 Tage verlängert. Im Dezember ist das Konto eng, aber planmäßig eng. Die Zahlen sind ein typisches Beispiel, keine Kundendaten.
Was Skalar für dich übernimmt und was es kostet, wird individuell im Angebot vereinbart. Leistungsumfang und Preis hängen von Umsatz, Bilanzsumme und Belegvolumen ab, die Angaben hier sind Orientierung, kein Angebot. Den Liquiditätsplan selbst führst du oder dein Controlling, Skalar liefert die Buchhaltungsdaten dafür.
Typische Fehler in der Liquiditätsplanung einer GmbH
Die meisten Liquiditätsprobleme profitabler GmbHs entstehen nicht durch fehlende Umsätze, sondern durch vorhersehbare Fehler im Plan. Die häufigsten:
- Umsatzsteuer als eigenes Geld behandeln. Die 19 Prozent auf deinen Rechnungen gehören dem Finanzamt, sie liegen nur kurz auf deinem Konto. Wer sie ausgibt, finanziert sich mit einer Steuerschuld.
- Nach Fälligkeit statt nach Zahlungsverhalten planen. Ein Kunde mit 30 Tagen Ziel, der immer nach 55 Tagen zahlt, gehört mit 55 Tagen in den Plan.
- Den Bescheid nach einem guten Jahr unterschätzen. Nachzahlung und erhöhte Vorauszahlungen kommen zusammen und oft in einem Monat, in dem bereits reguläre Steuertermine liegen.
- Jahreszahlungen vergessen. Versicherungen, Jahresabschluss, Lizenzen, Bonuszahlungen und Urlaubsgeld fallen einmal im Jahr und sprengen Monate, die sonst unauffällig wären.
- Gewinnausschüttung ohne Kapitalertragsteuer planen. Bei der Ausschüttung behält die GmbH 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag ein und führt sie sofort ans Finanzamt ab. Der Abfluss ist also höher als der Betrag, der beim Gesellschafter ankommt. Details im Artikel Gewinnausschüttung GmbH.
- Keine Reserve definieren. Ohne eine feste Untergrenze, bei der gehandelt wird, fällt der Engpass erst auf, wenn er da ist.
- Den Plan nicht fortschreiben. Ein Liquiditätsplan vom Januar sagt im Juli nichts mehr aus. Wöchentlich aktualisieren oder gar nicht.
Wie viel Liquiditätsreserve eine GmbH braucht
Eine gängige Faustregel sind drei Monate Fixkosten als Reserve auf dem Konto oder in einer kurzfristig verfügbaren Kreditlinie. Fixkosten heißt hier alles, was du zahlen musst, auch wenn kein Umsatz hereinkommt: Gehälter mit Sozialabgaben, Miete, Software, Leasing, Darlehensraten. Bei einer GmbH mit 200.000 Euro Fixkosten im Monat sind das 600.000 Euro, die nicht angetastet werden.
Ob drei Monate reichen, hängt von deinem Geschäftsmodell ab. Eine SaaS-GmbH mit Jahresverträgen und Vorauszahlung kommt mit weniger aus, eine Agentur mit wenigen Großkunden und 60 Tagen Zahlungsziel braucht eher vier bis sechs Monate. Wer stark saisonal verkauft, braucht die Reserve vor allem in der Einkaufsphase. Wichtiger als die exakte Zahl ist, dass du sie festlegst und der Plan Alarm schlägt, wenn der Endbestand einer Periode darunter fällt.
Zur Reserve gehört auch die Frage, wer in der Not Geld nachschießen kann. Ein Gesellschafterdarlehen ist dafür das schnellste Instrument, wenn Zins und Vertrag stimmen. Was dabei zu beachten ist, steht im Artikel zum Gesellschafterdarlehen.
Liquiditätsplanung als Pflicht des Geschäftsführers
Für dich als Geschäftsführer ist Liquiditätsplanung nicht nur Betriebswirtschaft, sondern Haftungsschutz. Du musst jederzeit beurteilen können, ob die GmbH ihre fälligen Zahlungen leisten kann. Kann sie es nicht mehr, ist sie zahlungsunfähig (§ 17 InsO), und du bist verpflichtet, ohne schuldhaftes Zögern Insolvenzantrag zu stellen, spätestens drei Wochen nach Eintritt der Zahlungsunfähigkeit und sechs Wochen nach Eintritt der Überschuldung (§ 15a InsO).
Die drei Wochen sind keine Bedenkzeit. Du darfst sie nur nutzen, wenn du in dieser Zeit realistisch mit einer Beseitigung der Zahlungsunfähigkeit rechnen kannst, etwa durch eine zugesagte Finanzierung oder ein Gesellschafterdarlehen (BT-Drs. 19/24181). Wer die Frist verstreichen lässt, haftet persönlich für Zahlungen, die danach noch aus dem Gesellschaftsvermögen geleistet werden (§ 15b InsO), und macht sich strafbar (§ 15a Abs. 4 InsO). Ein gepflegter 13-Wochen-Liquiditätsplan ist der beste Nachweis dafür, dass du deine Pflichten ernst genommen hast, und er zeigt dir eine drohende Zahlungsunfähigkeit Wochen vorher, nicht am Tag der geplatzten Lastschrift.
Dein Liquiditätsplan braucht aktuelle Zahlen, keine Schätzungen
Skalar übernimmt Finanzbuchhaltung, Lohn, Umsatzsteuer-Voranmeldung und Jahresabschluss deiner GmbH zum Festpreis, mit BWA und Offene-Posten-Liste jeden Monat.
Angebot anfordernDie rechtliche Grundlage im Detail
- Körperschaftsteuer-Vorauszahlungen: Die Vorschriften des Einkommensteuergesetzes gelten entsprechend (§ 31 Abs. 1 KStG). Vorauszahlungen am 10. März, Juni, September und Dezember, Bemessung nach der letzten Veranlagung, Anpassung an die voraussichtliche Steuer möglich (§ 37 Abs. 1 und 3 EStG). Steuersatz 15 Prozent (§ 23 Abs. 1 KStG).
- Gewerbesteuer-Vorauszahlungen: 15. Februar, Mai, August und November, je ein Viertel der letzten Jahressteuer. Die Gemeinde kann die Vorauszahlungen an die voraussichtliche Steuer anpassen (§ 19 GewStG). Steuermesszahl 3,5 Prozent (§ 11 GewStG).
- Umsatzsteuer: Voranmeldung und Zahlung bis zum 10. Tag nach Ablauf des Voranmeldungszeitraums. Monatlich bei mehr als 9.000 Euro Vorjahressteuer, Befreiung möglich bei höchstens 2.000 Euro (§ 18 Abs. 1 und 2 UStG). Dauerfristverlängerung um einen Monat auf Antrag (§ 46 UStDV), bei monatlicher Abgabe gegen Sondervorauszahlung von einem Elftel der Vorjahresvorauszahlungen (§ 47 UStDV), die bis 10. Februar anzumelden ist und mit der Dezember-Voranmeldung verrechnet wird (§ 48 UStDV, Abschn. 18.4 UStAE).
- Lohnsteuer: Anmeldung und Abführung bis zum 10. Tag nach Ablauf des Anmeldungszeitraums. Monatlich bei mehr als 5.000 Euro Vorjahreslohnsteuer, vierteljährlich zwischen 1.080 und 5.000 Euro, jährlich darunter (§ 41a EStG).
- Sozialversicherung: Beiträge in voraussichtlicher Höhe am drittletzten Bankarbeitstag des Beschäftigungsmonats, Restbetrag am drittletzten Bankarbeitstag des Folgemonats (§ 23 Abs. 1 SGB IV).
- Säumniszuschlag: 1 Prozent des auf 50 Euro abgerundeten Rückstands je angefangenem Monat, bereits bei einem Tag Verspätung in voller Höhe (§ 240 Abs. 1 AO, VII B 219/07). Bei Überweisung Schonfrist von drei Tagen, maßgeblich ist die Gutschrift (§ 240 Abs. 3 AO, § 224 Abs. 2 AO).
- Nachzahlung und Vorauszahlungen: Abschlusszahlung einen Monat nach Bekanntgabe des Bescheids, offene fällige Vorauszahlungen sofort (§ 36 Abs. 4 EStG, § 20 Abs. 2 GewStG). Eine Erhöhung laufender Vorauszahlungen wird zum nächsten gesetzlichen Termin fällig, eine nachträgliche Erhöhung nach dem letzten Termin des Jahres innerhalb eines Monats und erst ab 5.000 Euro (§ 37 Abs. 4 und 5 EStG, IV R 241/80).
- Insolvenzantragspflicht: Antrag ohne schuldhaftes Zögern, spätestens drei Wochen nach Zahlungsunfähigkeit und sechs Wochen nach Überschuldung (§ 15a InsO). Zahlungsunfähigkeit (§ 17 InsO), Überschuldung mit zwölfmonatiger Fortführungsprognose (§ 19 InsO, BT-Drs. 19/24181).
FAQ zur Liquiditätsplanung für GmbHs
Was ist eine Liquiditätsplanung?
Eine Liquiditätsplanung ist die Vorausschau aller Zahlungseingänge und Zahlungsausgänge einer GmbH über einen festgelegten Zeitraum. Sie zeigt den voraussichtlichen Kontostand am Ende jeder Woche oder jedes Monats und damit, wann Geld fehlt oder übrig ist. Anders als die BWA zählt nicht die Leistung, sondern der Zahlungszeitpunkt.
Wie erstelle ich einen Liquiditätsplan für meine GmbH?
Einen Liquiditätsplan für die GmbH erstellst du in einer Tabelle mit Wochen- oder Monatsspalten: Anfangsbestand, erwartete Einzahlungen nach realistischem Zahlungsdatum, alle Auszahlungen inklusive Steuern und Sozialabgaben mit exakten Terminen, daraus den Endbestand. Der Plan wird wöchentlich mit den Ist-Zahlen fortgeschrieben.
Welche Steuertermine muss eine GmbH in der Liquiditätsplanung berücksichtigen?
In der Liquiditätsplanung einer GmbH gehören fünf Steuertermine fest in den Kalender: Körperschaftsteuer-Vorauszahlung am 10. März, Juni, September und Dezember (§ 37 EStG), Gewerbesteuer am 15. Februar, Mai, August und November (§ 19 GewStG), Umsatzsteuer und Lohnsteuer jeweils am 10. des Folgemonats sowie Sozialabgaben am drittletzten Bankarbeitstag des laufenden Monats.
Wie viel Liquiditätsreserve sollte eine GmbH haben?
Als Liquiditätsreserve gelten drei Monatsfixkosten als Untergrenze, verfügbar auf dem Konto oder als freie Kreditlinie. Unternehmen mit langen Zahlungszielen, wenigen Großkunden oder saisonalem Geschäft brauchen eher vier bis sechs Monate. Entscheidend ist eine feste Grenze, bei deren Unterschreiten gehandelt wird.
Was ist der Unterschied zwischen Liquiditätsplan und BWA?
Der Unterschied zwischen Liquiditätsplan und BWA liegt im Zeitpunkt: Die BWA ordnet Umsätze und Kosten dem Monat der Leistung zu, der Liquiditätsplan dem Monat der Zahlung. Eine GmbH kann in der BWA Gewinn ausweisen und trotzdem kein Geld auf dem Konto haben, weil Kunden spät zahlen oder Steuern gebündelt fällig werden.
Was passiert, wenn die GmbH eine Steuerzahlung zu spät leistet?
Leistet die GmbH eine Steuerzahlung zu spät, entsteht ein Säumniszuschlag von 1 Prozent des Rückstands für jeden angefangenen Monat (§ 240 AO). Bei Überweisungen gilt eine Schonfrist von drei Tagen, gerechnet ab Gutschrift beim Finanzamt. Für Sozialversicherungsbeiträge gilt diese Schonfrist nicht.
Kann ich die Steuervorauszahlungen der GmbH senken lassen?
Die Steuervorauszahlungen der GmbH kannst du senken lassen, wenn der Gewinn im laufenden Jahr voraussichtlich unter dem Vorjahr liegt. Dafür stellst du beim Finanzamt einen Antrag auf Anpassung mit einer plausiblen Prognose, etwa der aktuellen BWA (§ 37 Abs. 3 EStG). Bei der Gewerbesteuer ist die Gemeinde zuständig (§ 19 Abs. 3 GewStG).
Wann muss ein GmbH-Geschäftsführer Insolvenz anmelden?
Ein GmbH-Geschäftsführer muss Insolvenz anmelden, sobald die Gesellschaft zahlungsunfähig oder überschuldet ist, und zwar ohne schuldhaftes Zögern. Die Höchstfrist beträgt drei Wochen bei Zahlungsunfähigkeit und sechs Wochen bei Überschuldung (§ 15a InsO). Sie darf nur ausgeschöpft werden, wenn eine Sanierung in dieser Zeit realistisch ist.
Maßgeblich für Leistungsumfang und Preis ist ausschließlich die individuelle Vergütungsvereinbarung. Dieser Artikel beschreibt das typische Skalar-Modell und begründet keine Ansprüche.

